Erfolgsstory

zum 150-jährigen Vereinsjubiläum

Die Geschichte der Faustballabteilung

24x Deutscher Meister, 19x Europapokalsieger, 4x Weltpokalsieger
– das sind die kompakten Daten einer im Faustball aber auch im gesamten deutschen Sport nahezu einmaligen Erfolgsstory. Die Titelsammlung der TSV-Faustballer hat während der letzten 25 Jahre die Rekordlisten gesprengt.

Wenn man sich auf die Suche nach den historischen Spuren der Faustballabteilung begibt, wird man in der Faustball-Chronik von Manfred Lux fündig. Die älteste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1912: Die Männermannschaft des „Allg. TV Hagen von 1860“ wurde Meister des Turnkreises Westfalen und Lippe. Faustball wurde von vielen Turnern als Körperertüchtigung im Sommer betrieben. Bis zum Ende der 60er Jahre galt das Turnspiel als „ideales Auffangbecken für alle unseren ehemaligen Leistungssportler“, wie der einstige Abteilungsleiter Hermann Kolkmann meinte.
Nicht zuletzt durch den Bau der Großsporthallen in dieser Zeit – und damit der Entstehung des Hallenfaustballs – entwickelte sich die Sportart dann aber immer mehr zum Leistungssport. Nach dem Umzug auf die Hoheleye wurde Mitte der 70er Jahre die Jugendarbeit forciert. Zusammen mit der Frauenmannschaft, die lange Jahre in der Verbandsliga spielte, sorgten dann die ersten Erfolge des männlichen Nachwuchses dafür, dass der TSV in Faustballkreisen auch überregional an Bekanntheit gewann. Hans-Werner Flüs legte als Abteilungsleiter zusammen mit den langjährigen Vorstandsmitgliedern Klaus Jost und Volker Thaldorf die Basis für diese positive Entwicklung. Allerdings dauerte es noch bis zum Jahr 1984, bis der TSV-Nachwuchs auch auf Bundesebene mit einem 5. Platz bei der Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaft erstmals für Furore sorgte und die Männermannschaft in die Regionalliga aufstieg.

Dirk Schachtsiek beim ersten DM-Titel 1986Parallel dazu konnte sich Angreifer Dirk Schachtsiek in der Jugendnationalmannschaft durchsetzen und wichtige persönliche Kontakte knüpfen. Ende 1984 wechselten die Brüder Markus und Michael Reinhart nach Hagen, einige Monate später kam auch noch Juniorennationalspieler Frank Thume zum TSV. Spielertrainer Stefan Potocki verstand es in dieser Zeit mit beinhartem Leistungstraining das Potenzial jedes einzelnen Spielers voll auszuschöpfen. 1985 wurde dann der angepeilte Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Gleich das erste Jahr im Faustballoberhaus ließ einen großen Traum wahr werden: Verstärkt durch Nationalspieler Udo Schulz konnte der TSV bei der DM in Hockenheim alle Favoriten bezwingen und wurde überraschend Deutscher Meister.

Bereits ein Jahr später holte man die europäische Faustballkrone erstmals in die Hoheleye. Auch aufgrund der großen Fürsprache und Unterstützung von Friedhelm Tenne und Herbert Strate, die als „Edelfans“ die Faustballer zahlreiche Male anfeuerten, konnte die Erfolgscrew 1988 zum Weltpokal nach Brasilien reisen. Im Hexenkessel von Porto Alegre unterlag man allerdings vor über 4.000 frenetischen Zuschauern denkbar knapp. In den folgenden Jahren dominierte der TSV den nationalen und internationalen Faustball, wie es vorher noch keiner Mannschaft gelungen war. Man verstand es während der 90er Jahre immer wieder neue Spieler in die Erfolgscrew einzubauen. So wurden Gregor Hafer, Andreas Bernhardt, Andreas Schmitz, Holger Bock, Christian Sondern und Jens Müller in dieser Zeit zu absoluten Topspielern.

Aus der Vielzahl der Erfolge dieser Zeit seien im Folgenden drei besondere Ereignisse erwähnt: 1990/1991 gelang den Hagenern der Faustball-Grand-Slam: Deutscher Meister und Europapokalsieger auf dem Feld und in der Halle, Deutscher Turnfestsieger und erstmals auch Weltpokalsieger – damit waren alle überhaupt verfügbaren Männertitel beim TSV. 1994 konnten die 60er als erste europäische Mannschaft überhaupt den Weltpokal auf südamerikanischem Boden gewinnen. In einer unglaublichen Hitzeschlacht wurde SOGIPA bezwungen. Von 1989-2001 wurde der Hallen-Europapokal zwölfmal in Folge gewonnen – eine Serie für die Ewigkeit!

Im Herbst 2002 wurde dann im fernen Namibia der letzte große Männertitel nach Hagen geholt. Gegen Gastgeber Windhoek und den Südamerika-Meister Novo Hamburgo gewann der TSV zum dritten Mal den Weltpokal.

Für Angreifer Dirk Schachtsiek, der von einem internationalen Expertengremium zum „Jahrhundert-Faustballer“ gekürt wurde, war es der letzte große Auftritt in der ersten Mannschaft. 2004 musste man nach 19-jähriger Zugehörigkeit zum Faustballoberhaus den Abstieg aus der 1. Bundesliga hinnehmen. Der mit einem neuformierten Team acht Jahre später und mittlweile hat sich die Mannschaft durch einige Neuzugänge in der Liga etabliert.

Die Erfolgsspieler von einst treten nun in der Seniorenklasse an, wo sie mittlerweile auch schon dreimal Feld- und viermal Hallenmeister geworden sind. Im April 2009 konnten die Oldies sogar wieder einen internationalen Titel gewinnen: In Argentinien wurde die Seniorenweltmeisterschaft in der M35-Klasse gewonnen. Dabei zeigten die „alten Herren“, dass sie neben der neuen Liebe zum Marathonlauf das Faustballspielen nicht verlernt haben.

Hoffnung für die Zukunft bereiten die aktuellen Nachwuchsspieler. Aktuell ist die U18 Deutscher Meister. Neben dem mittlerweile in Österreich spielenden Ruben Schwarzelmüller der zahlreiche Titel in der U18 und U21-Nationalmannschaft feiern konnte, wurde auch Ole Schachtsiek in EM- und WM-Kader der U18 berufen und konnte als Kapitän den WM-Titel in Brasilien gewinnen. Aktuell steht Leon Schmelter im Kader der U18-Nationalmannschaft und ist U18-Europameister. Im Blickfeld der Bundestrainer steht mit Kevin Braatz ein weiterer Spieler unseres Vereins.

Seit Jahren wird mit dem Nachbarverein TuS Halden-Herbeck eine partnerschaftliche Zusammenarbeit praktiziert. Im Sommer trainiert der TSV regelmäßig auf dem mustergültig gepflegten Rasenplatz „Im Alten Holz“, wo ebenfalls die Punktspiele bestritten werden. Im Jugendbereich hat man sich darauf verständigt, die weiblichen Nachwuchsspielerinnen für Halden starten zu lassen, während der männliche Nachwuchs für 1860 antritt.

 

 

Stand: Juli 2015